Heimkehr

Jetzt bin ich schon wieder 2 Wochen zu Hause. Wird wohl Zeit für einen letzten Bericht bezüglich „Cornelia in Shanghai“. Meine letzten Tage in „der Stadt der Zukunft“ bestanden eigentlich nur aus: FEIERN, FEIERN, FEIERN, gutem Essen, Shoppen….Souveniers/Weihnachtsgschenkle…der Abschied ist mir definitiv nicht leicht gefallen.

Das Leben in Shanghai ist einfach zu leicht, unproblematisch, so ohne Verantwortung, daran könnte man sich echt gewöhnen. Doch als meine Reisetasche dann gepackt war und mein Zimmer leer geräumt, da habe ich dann doch angefangen mich auf zu Hause zu freuen. 😉 Der Heimflug war okay, wenn auch zwei Stunden länger als der Hinflug. Eine Stewardess hat mich mit Orangensaft geduscht und zwischen London und Frankfurt hatte ich eine ganz besonders nervige, tiefst-schwäbische Quasselstrippe neben mir, das war nicht so nett.

Zu guter letzt hatte ich mir in Shanghai noch eine ordentliche Erkältung eingefangen, sodass mein erster Weg zu meinem HNO-Arzt führte, der mir zwecks Nebenhöhlenentzündung gleich mal ein hübsches Antibiotikum verordnet hat. Er war etwas skeptisch weil er sich nicht sicher war, ob in China vielleicht noch ein paar andere böse Erregerchen rumschwirren, als hier bei uns. Mir gings dann aber schon recht schnell wieder besser 🙂

Weihnachten mit Christmette und traditionellem Rehessen waren sehr schön und auch Silvester einschließlich dem Geburtstag meiner Mutter habe ich ganz erfolgreich hinter mich gebracht. Natürlich musste dafür auch einiges Vorbereitet werden…Jan und ich haben das „Catering“ übernommen….und weil ich auch in den Ferien Balletttraining habe (das hatte mir schon gefehlt !!!), wird es mir auch hier zu Hause ganz bestimmt nicht langweilig. Am Montag beginne ich mit der zweiten Hälfte meines Praxissemesters in einem Architekturbüro in Karlsruhe (nicht ganz so weit weg). Ich wünsche allen, die hier ab und zu mal reingeschaut haben ein schönes und erfolgreiches Jahr 2009 !!! Bis bald!

Wie doch die Zeit …

Unglaublich, ehrlich! In einer guten Woche geht mein Rückflug und ich glaube es wird mir verdammt schwer fallen, mich von dieser Stadt zu verabschieden.

Hm, ich habe ja schon relativ lang nichts mehr geschrieben, aber womit soll ich nun anfangen? Heute haben wir zum ersten mal Überstunden gemacht im Büro!

Hätte ich auch nicht gedacht, dass mir das doch nochmal passiert. Vor 1,5 Woche haben wir eine Wettbewerbseinladung bekommen. Ich hab es nicht so ganz verstanden, denn da machen nur 3 Büros mit, oder so, und morgen ist eine Zwischenpräsentation vor dem Auftraggeber. Das war dann alles ein bissl knapp, aber immerhin wurde es keine Nachtschicht, um 20.30 war der Kram fertig. Die fahren da dann zu viert morgen hin und präsentieren das…ich darf nicht mit. *grmpf* Bin aber trotzdem mal gespannt was da dabei raus kommt. Wir haben eigentlich zwei Entwürfe: einen von der Chinesischen Hälfte der Architekturabteilung und einen von der Deutschen. Das is ja auch schon ein bissl seltsam, denn eigentlich sollte man doch mit den anderen Büros konkurrieren und nicht innerhalb des eigenen.

Letztes Wochenende war ich auf dem Weihnachtsmarkt des Paulaner Brauhaus. War wirklich schön! Chinesische und deutsch/europäische Geschenkle aller alt und GLÜHWEIN gabs zu erwerben! Alles war sehr hübsch mit Lichterketten dekoriert und es dudelte Weihnachtsmusik. So wie sich das gehört. Es war auch richtig kalt am Samstag (3 °C), sodass wirklich Winterstimmung aufkam! Das mit den Temperaturen ist hier so eine Sache. Mitte letzter Woche hatten wir mittags nochma 20 °C, sodass wir im Garten gelunched haben. Am Wochenende dann schweine kalt (aber trotzdem Sonne…hehe) und morgen sind wieder 20°C möglich! Ansonsten hab ich mich noch den Konfuzius Tempel angeschaut, war in der Kirche und joa abends a bissl „im Usgang“ gewesen (wie meine schweizer Mitbewohnerin das nennt)! Dann war das Wochenende auch schon wieder vorbei…So, also noch eine Woche arbeiten jetzt, dann zwei Tage shoppen…und dann…. Mir gehts gut! So wirklich aufregende Dinge passieren hier nicht, von denen ich noch unbedingt berichten müsste…. byebye

Zhu jia jio

Venedig in China! Es gibt im Yangtse-Delta einige Städte, die sich Canaltowns nennen. Eine davon ist Zhu jia jio, das ist nur 30 km von Shanghai entfernt und dorthin habe ich am Wochenende einen Ausflug gemacht.

Da ich noch nicht in Venedig war, kann ich leider nicht einschätzen in wieweit der Vergleich passt, oder nicht. Olivia meinte, dass es in Venedig auf jeden Fall viel mehr stinkt. 😉 Ansonsten schaut euch die Fotos an, die ich im Album hochgeladen habe! Theoretisch könnt ich die hier auch verlinken, weiß aber leider net wie das geht…

Sonntag morgen sind wir also relativ früh los zum „Shanghai Sightseeing Bus Center“, von dort aus fahren Busse zu allen möglichen Sights in der Nähe von Shanghai. Man zahlt einen Komplettpreis für Hin-, Rückfahrt und Eintritt und das funktioniert auch eigentlich sehr gut. Unser Busfahrer war leider etwas larmarschig…so einer von der Sorte, der seinen Fuß nicht konstant auf dem Gas halten kann, sondern immer so vor und zurück zuckt!*arg*

Natürlich waren auch in Zhu jia jio mal wieder die gewohnten 1,3 Mrd. chinesischen Touristen unterwegs, is ja klar! Der Ort besteht aus ganz vielen kleinen Gassen, mit unheimlich hübschen Häusern, in denen sich eigentlich nur Restaurants, Souvenirläden und „Fressständen“ befinden. Dann gibt es eben die Kanäle auf denen man mit einem Holzkahn entlang fahren kann. Das haben wir natürlich auch gemacht. Wir, das sind Olivia, Joost, Baptiste (auch Praktikant hier, aus Frankreich), der es sich nicht nehmen konnte auch mal das Ruder zu übernehmen, und ich. Zur Mittagszeit haben wir uns durch alle möglichen Snacks durchprobiert, was wirklich spannend war. 1. Gang: In Bananenblatt eingewickelter Klebreis mit Schweinefleisch drin, 2. Gang: Stinke-Tofu, das leider genauso schmeckt wie es riecht :(, 3. Gang: Puffreis, Puffcornflakes und Puffamaranth (so sah es jedenfalls aus), 4. Gang: getrocknete grüne Bohnen, die eine Spezialität von dort sind, aber nicht wirklich unser Geschmack waren, 5. Gang: In Fäden gezogenes Zuckerbällchen mit Erdnuss-Sesamfüllung (sorry, das kann man nicht besser beschreiben)…ein herrlicher Plombenzieher!

Man schlendert eigentlich die ganze Zeit durch diese Sträßchen und trifft immer wieder auf verschiedene Sights: Zwei Buddhistische Tempel, das alte Postgebäude, eine alte Apotheke, das Seidenmuseum, einen sehr hübschen chinesischen Garten und eine katholische Kirche. Weil mein lonely planet meinte, diese Kirche sei sehr hübsch, wollten wir die gerne anschauen. Erstmal haben wir sie nicht gefunden, weil der Turm ist leider nicht so hoch, dass man ihn von weitem sieht, außerdem sind die Stadtpläne, die da hängen nicht wirklich realistisch…haben allerdings einen sehr netten Postboten getroffen, der uns hingebracht hat. 😉

Die Kirche war dann natürlich verschlossen! Aber, immerhin, wir waren da! Um 17 Uhr hat uns dann der Bus wieder nach Shanghai zurück gebracht. Es war wirklich ein schöner Ausflug und entgegen aller Vorhersagen, sind wir nicht nass geworden! 😉 Jetzt schaut am Besten die Fotos an, die sagen eh mehr, als mein Geschwätz hier! Vielleicht liegt es auch daran, dass ich grade viel zu müde bin…ich geh dann mal ins Bett! bye, bye

hot pot und so

Also nicht, dass es weltbewegende Neuigkeiten gäbe, aber mein letzter Eintrag is über ne Woche alt…will ja nicht, dass sich wer Sorgen macht um mich. 😉

Mir geht es jedenfalls immer noch sehr gut hier. Gestern stand mal wieder ein „Cornelia kennt die Küche China’s kennen“- Programmpunkt auf dem Plan!!! Und zwar war ich mit meinen lieben deutschen Kollegen „hot pot“ essen. Voll gut!!! Is wirklich sehr ähnlich wie Fondue, aber eben viel aufwendiger.

Erstmal wählt man sich eine Brühe aus-siehe Foto-wir hatten einmal mit Pilzen drin und einmal „mit scharf“. Dann bestellt man ALLES MÖGLICHE (in diesem Fall ist das wörtlich zu nehmen), was in der Suppe gegart wird. Zum Beispiel gabs für uns Lamm-, und Rindfleisch, Meeresfrüchte, Tofu, Fleischbällchen, Rettich, Bambus, grüne Blätter, Kohl, kleine Krabben und und und….der Unterschied zu unserem, im Vergleich sehr spießigen Fondue ist, dass nicht jeder sein eigenes Gäbelchen hat und SEIN Fleischstückchen reinhängt und das dann auch wieder rausholt, sondern man angelt einfach mit seinen Stäbchen munter drauf los und schaut was man so findet in der sprudelten Suppe. 😉 Ein großer Spass! Nicht zu vergessen das Soßenbuffet, also 30 verschiedene Dipps waren das bestimmt. Meine liebe Mama, der Soßenfreak, wäre sicher ganz aus dem Häuschen!

Im Büro basteln wir immer noch an unserer Schule. AutoCAD wird glaub ich nicht so recht mein Freund. Leider ist unsere Chefin ein wenig geizig und wir frieren etwas, da die Heizung noch nicht angemacht werden darf. Also die Chinesen lassen halt einfach ihre Jacken an den ganzen Tag. Das ist aber auch bescheuert, weil dann friert man draußen ja auch! Wettermäßig werden wir aber diese Woche nochmal verwöhnt..goldener November. 😉 Ab nächster Woche kommt wohl wieder der böse Regen. Oh hilfe, jetzt rede ich schon übers Wetter!!!

Morgen früh kann ich mein verlängertes Visum abholen. Das hat mich ja letzte Woche schon ein bisschen gestresst, da man angeblich ein Touristenvisum nach 90 Tagen nicht mehr verlängert kriegt. Letzten Freitag hab ich mich dann mal aufgemacht zur „exit and entry administration“ und der nette Chinese am Schalter sicherte mir eine Verlängerung bis 31.12. zu. Na, mal schauen was in meinem Pass dann drin steht, wenn ich ihn morgen wieder bekomme. Ist schon ein komisches Gefühl einfach mal seinen Reisepass für eine Woche abzugeben….

Die Zeit vergeht einfach rasend schnell hier! Jetzt ist schon wieder eine Woche um. Mal sehen was das Wochenende so bringt. Sonntag wollen Olivia und ich einen Ausflug machen. Es gibt ein paar km außerhalb von Shanghai ein chinesisches Venedig! Im Grunde gibt es sogar mehrere solche Wasserstädte, denn die liegen alle im Yangtse-Delta, der Grundwasserspiegel ist da sehr hoch! Ich werde dann berichten! Jetzt mach ich mich mal auf ins Bett! Liebe Grüße!!!

K-ornelia und der K-ardinal

Für letzten Sonntag hatte sich, jedenfalls aus katholischer Sicht, hoher Besuch aus Deutschland hier angekündigt!!!

Es gibt hier die „deutsche christliche Gemeinde Shanghai“, sie ist einzigartig auf der Welt, weil es nirgends sonst einen Zusammenschluss einer katholischen und einer evangelischen Auslandsgemeinde gibt. Es hat hier einen deutschen katholischen und einen evangelischen Pfarrer, einen gemeinsamen Gemeinderat und so Bibelkreise, Taize-Gebete…jedes Jahr viele viele Kommunionkinder und Konfirmanden. Ah, und Firmung wird auch jedes Jahr gefeiert, was ich etwas komisch finde, da die ja eh nicht so viele sind.

Weil ich ja auch in Deutschland regelmaessig in die Kirche gehe, dachte ich anfangs als ich neu hier war, ich schau mir das einfach mal an und wenn es nix is, dann geh ich halt net wieder hin. Es ist aber eigentlich ein netter „Haufen“. Der Pfarrer ist super motiviert (kann FAST mit unserem Wolfgang in Schwetzingen mithalten), kann gut mit Kindern umgehen und freut sich unheimlich, wenn er da ein neues „Schaefchen“ in seiner „Herde“ hat. Es gibt auch einen Chor, in dem ich dann spontan beschlossen habe mitzusingen. Da die alte Chorleitung im Sommer Shanghai wieder verlassen hat, war ich quasi, von der ersten Chorprobe des neuen Chores an, mitdabei ;).

So, jetzt aber zum Sonntag:

Kardinal Friedrich Wetter, ehemaliger Erzbischof von Muenchen/Freising und davor Bischof von Speyer, war zu Besuch in Shanghai!!! Der Mann ist 80 Jahre alt, das muss man dazusagen. Es war unheimlich faszinierend welche weise und wuerdevolle Ausstrahlung er hat.

Der Gottesdienst sollte um 15.30 uhr beginnen. Ich war eine Stunde vorher da, weil wir uns mit dem Chor frueher getroffen haben. Es war der Hammer, die Kirche war schon zu dem Zeitpunkt halb voll mit Chinesen!!! Die verstehen doch eh nix…aber hauptsache den Kardinal sehen! Ich haett noch net mal gedacht, dass es ueberhaupt so viele katholische Chinesen hier gibt. Als der Kardinal dann eintraf haben sie sich alle hingekniet und lautstark (!!!) Rosenkranz gebetet. Wir kamen aus dem Staunen nicht mehr raus! Noch spektakulaerer wurde es dann, als die Kardinal-Bildchen und die Liedzettel durch die kleinen Ministranten verteilt wurden. Die haben die den armen Kindern buchstaeblich aus der Hand gerissen, worauf der eine ganz frustriert anfing zu weinen. 🙁 Das eigentliche Problem war ja, dass die Liedzettel auf deutsch waren und die Chinesen mit den Dingern ja eh nix anfangen koennen, die Auflage war auch auf die deutschen Besucher berechnet…am ende singt dann keiner mit, weil die, die es verstehen keine Texte haben…usw. Der Gottesdienst war dann aber doch sehr sehr schoen. Zwei deutsche Pfarrer, zwei Chinesische und eben Kardinal Wetter, soviele Leute standen in der Kirche wahrscheinlich noch nie hinter dem Altar. Mit unserem Chorauftritt sind wir auch sehr zufrieden, es musste sich wohl keiner die Ohren zu halten und bei nur 3 Proben, darf man ja auch nicht zu anspruchsvoll sein! Ich durfte eine Lesung lesen *freu*. Beim anschliessenden Sektempfang hat mir dann eine deutsche Familie, die ganz hinten in der Kirche saß, gesagt, dass man mich voll gut verstanden haette, besser als die ganzen Priester *nochmehrfreu*. Es muss nur ziemlich lustig gewesen sein, denn ich hab scheinbar hinter dem Ambo (Lesepult :)) kaum hervorgeschaut und die Chinesen hinten seien erstmal alle aufgestanden, um zu gucken, wo denn die Stimme herkommt! *hust*

Als es dann ans Kommunionverteilen ging spitzte sich die Situation noch mal etwas zu. Denn, kaum war Kardinal Wetter mit der Hostienschale die Stufen zur Gemeinde herunter geschritten, begann ein chinesisches „Gerangel“ im Mittelgang. Binnen weniger Sekunden war alles verstopft, wir waren echt baff!!! Und, sie wollten ja alle nur zur Prominenz, die anderen beiden, die daneben standen, hatten nix zu tun, aber Leute, die auch von wem anderes die Hostie nehmen wuerden, kamen ja gar nicht mehr durch! Man haette es filmen muessen! Die Sektempfang im Anschluss war nett, es gab Importsekt und deutsche, sehr huebsch dekorierte „Schnittchen“ und lecker Croissants, von einer italienisch-deutschen Baeckerei geliefert! Zum Abendessen ging es dann in ein italienisches Restaurant…Der Kardinal, seine Begleitung, der Pfarrgemeinderat…und…ich!!! 🙂 Ich habe immernoch keine Ahnung, warum mir diese Ehre zu Teil wurde, aber ich habe mich natuerlich riesig ueber die Einladung gefreut, die mir Pfarrer Bauer letzte Woche per Mail geschickt hatte. Es gab ein italienisches 4-Gang-Menue mit vitello tonato, Pasta, Fisch und Tiramisu. Ich sass den Abend ueber neben dem evangelischen (!) Pfarrer, mit dem ich mich ganz wunderbar unterhalten habe.

Office Update

Die meisten meiner Berichte drehen sich ja eher um das „Vergnuegen“, vielleicht sollte ich auch mal wieder etwas ueber meine „Arbeit“ schreiben:

So wirklich viel beschaefigt ist die Architekturabteilung hier immer noch nicht. Die Ingenieure, die Energiekonzepte/Haustechnik usw. machen, die haben echt gut zu tun…schade auch, „beruflich“ gesehen lerne ich hier nicht so viel, wie ich dachte. Seit zwei Wochen bearbeiten wir einen Wettbewerb, den Joost ausfindig gemacht hat. Die Chefin hat uns dann netterweise erlaubt daran teilzunehmen. Hallo, waere es ihr lieber wir wuerden einfach nur Daeumchen drehen?!? Bearbeiten tun wir das jetzt zu dritt, also der deutsche Teil der design-group…was die anderen 3 Chinesen machen…keine Ahnung! Im Rahmen dieses Wettbewerbs „entwerfen“ wir eine Primary school mit Wohnheim fuer die Region Sichuan, die von dem grossen Erdbeben zerstoert worden war. Die Aufgabe ist wirklich spannend, zumal die Anforderungen an chinesischen Schulen, wirklich sehr von dem abweichen, was man so aus Deutschland kennt. In einer Klasse rechnet man mit 45 Kindern!!! Jedes Zimmer braucht 2 Tueren, damit nicht all zu grosses Gerangel ausbricht.

Wichtig ist ausserdem die passive Nutzung von solarer Energie, denn es soll eine „sunshine school“ werden. 😉 Nein, gefordert ist einfach ein gutes energetisches Konzept, um moeglichst viel Heizkosten usw. einsparen zu koennen. Prof. Wagner sei Dank, weiss ich da schon so ein bisschen Bescheid. 😉 Das Bearbeiten eines Wettbewerbs unterscheidet sich, wie ich finde, nicht sehr vom „Entwurfs-Spass“ an der Uni. Ist irgendwie aehnlich realitaetsfern bzw. man weiss nicht so genau, ob es richtig ist alle Vorgaben zu erfuellen, oder ob man erst dann erfolgreich ist, wenn man moeglichst alle Vorgaben umgeht?!? 😉 Gerade sind wir noch auf Konzeptsuche mit Hilfe von Skizzen, 1:500 Modellchen, Sketch up…habe mich sogar schon ein wenig mit AutoCAD angefreundet…ist auch gar nicht so „boese“ wie ich dachte. Dummerweise muessen wir auf dem Grundstueck einen riesigen Sportplatz unterbringen, der uns massive Platzprobleme bereitet. Naja, hauptsache die Kinderchen haben spaeter die Moeglichkeit ordentlich Sport zu machen! Man muss Prioritaeten setzen! Am Freitag haben wir eine kleine Exkursion gemacht. In der Nachbarschaft unseres Bueros gibt es eine primary school und die haben wir uns angeschaut. Die waren zwar etwas iritiert, aber letztendlich durften wir das Erdgeschoss (oben war ne Lehrerkonferenz) besichtigen. Sehr suess die kleinen Tischchen und Stuehlchen. Aber jedes Zimmer mit Fernseher und Beamer ausgestattet..jawohl! Ganz nett war auch ein Plakat im Flur: „10 rules of behaviour: so said so done; be clean and tidy every day; do exercise every day; be the first who says hello;…“ mehr faellt mir leider nicht mehr ein! Schon so ein bisschen sehr auf Drill, wie die hier erzogen werden. Wenn ich morgens an der Schule vorbeilaufe, dann schallen immer Sprechchoere aus den Fenstern…was die da wohl grade eingetrichtert kriegen, frage ich mich dann jedesmal.

So, dann arbeite ich mal wieder ein bisschen weiter! Liebe Gruesse!!!

Having crab-fun!

Gerade sind die Krebse „reif“! Überall auf der Straße gibt es mehr oder weniger dubiose Stände, die die Tierchen, natürlich noch lebendig, verkaufen. Manchmal kriegt man sie in so ganz hübsche Kartons verpackt, die mehr nach Rotweinflasche aussehen, als nach Meeresgetier. 😉

Natürlich muss ich das mal probiert haben und im Fotoalbum könnt ihr sehen, dass ich auch wirklich Spass dabei hatte. Zuerst haben wir uns auf dem Markt 12 crabs gekauft. 6 Männchen und 6 Weibchen. Da gibt es nämlich einen kleinen aber feinen Unterschied 😉

Freundlicherweise kriegt man die verschnürt, dann rennen die einem wenigstens nicht aus dem Kochtopf, bzw. wahrscheinlich wären sie uns schon im Carrefour entwischt, da waren wir noch um die Beilagen einzukaufen.

Zu Hause hat Yang Yun sie noch ordentlich mit einer Zahnbürste sauber geschrubbt und dann werden sie einfach noch 15 min in Bier gekocht. Wirklich sehr simpel. Schade, dass man die in Deutschland nicht kaufen kann.

Gott sei Dank hatte ich fachkundige Unterstützung und wenn einem das gescheit jemand erklärt, dann ist echt nicht schwer die crabs zu zerlegen. Zuerst den Deckel auf der Unterseite, dann denn Rückendeckel und dann die Beinchen. Tschuldigung, wahrscheinlich ist es nicht Jedermanns Sache…werde euch mit weitern Details verschonen. Ich habe jedenfalls die Erkenntnis gewonnen, dass mir die Weibchen lieber sind, auch wenn die Männchen mehr Fleisch in den Zangen haben 😉 Dazu gibt es Essig und Ingwer.

oanz, zwoa, droa…..gsuffa

Oktoberfest in Shanghai, der Knaller, ehrlich!!!…leider hatte ich mein Dirndl zu Hause vergessen 😉

Letzte Woche fand das Oktoberfest im Holiday Inn statt. Natürlich ist das nicht das einzige Oktoberfest hier, denn das Paulaner und diverse andere Hotels veranstalten auch eins…warum nicht deutscher als die Deutschen sein?!? Wir waren von der Firma sto eingeladen worden, die machen Wärmedammverbundsysteme und „mein“ Büro arbeitet scheinbar viel mit denen zusammen.

Am Nachmittag mussten wir also zunächst einen CHINESISCHEN (!!!) sto-ist-toll-Vortrag anhören…irgendwann haben wir Nicht-Chinesen uns abgesetzt und Kaffee getrunken. Bringt ja nix, es gab noch nicht mal Bilder zu sehen. Warum auch immer die englische Einladungen dafür verschickt haben? Um 18 Uhr gings dann ab ins Zelt…eigentlich sehr authentisch. Bilder findet ihr im Album 😉 Es gab Carlsberg Bier, das war der einzige kleine Haken und ne original Oktoberfest Band und nen Bier-Sauf-Competition und Schuhplattler und „traditional german dance“, was sich dann als Ententanz entpuppt hat und super lustig war 😉

Das Essen war auch net schlecht: deutsches dunkles Brot und viel Wurscht und Würschtlin, Sauerkraut, Rotkraut, Kartoffelbrei, Schnitzel…Clicheé halt, aber durchaus lecker. Leider sind die Chinesen etwas überfordert wenn es ums Buffett geht. Die schaufeln sich die Teller übervoll, mischen alles vom Vanillepudding bis zur Rinderroulade zusammen, nehmen sich 3 Teller pro Person. Und dann bleibt das meiste unangerührt liegen. Ich konnte das kaum mit ansehen. Die haben leider so gar keinen Sinn für „die armen Kinder in Afrika“. Ihr wisst was ich meine, so haben wir doch als Kinder gelernt, dass man essen nicht wegschmeißen darf!!! Ich fand die Stimmung war so ein bisschen aprés-Ski-like, von der Musik her jedenfalls. Ingesamt war es wirklich nett und wir hatten Spass und auch der Albhornbläser und so, alles durchaus erträglich. Hätte ich ja nicht gedacht, dass ich bei so ner Bierveranstaltung so viel Spass haben kann.

Leider hat irgendwann die Stimmung so ein bisschen umgeschlagen, es gab ne Schlägerei, machen die Chinesen gerne, habe ich gehört. Ab dem Zeitpunkt, war ich dann nicht mehr ganz so begeistert….aber gut, ma „muss halt immer wisse, wo de Level hängt“ 😉

Salsa, Gym and Bejing Duck

Mann, Mann, Mann, was ich hier alles so erlebe! 😉 Montag Abend war ich mit Olli, Freund von Sebastian (mein Mitbewohner!) beim Salsa tanzen. So richtig mit live Latino-Band, die zum Teil aus Chinesen bestand, aber echt gut war, soweit ich Salsa-Newcomer, das beurteilen kann.

In dieser Bar ist jeden Montag Salsa-Abend und es trifft dich die komplette Salsa-Szene Shanghais, die mindestens aus genau so vielen Chinesen wie Auslaendern besteht. Haette ich ja mal gar nicht gedacht. Olli tanzt seit 5 Jahren und er hat mir echt viel beigebracht! Salsa lernt man ja nicht in der Tanzschule, ich war also absoluter Neuling. Na, um den noetigen Hueftschwung und so (!) hinzukriegen muss ich auch echt noch ein bisschen ueben, aber das mit den Schritten war ok. Mein Lehrer war zufrieden mit mir! Es hat echt super viel Spass gemacht, meine Begeisterung fuers Tanzen an sich duerfte ja bekannt sein., oder?!?

Seit letzter Woche bin ich im Gym angemeldet. Ey, man kann hier in Shanghai dummerweise nicht einfach mal durch die Strassen joggen, da waer man hinterher ein einziges Abgas-Staub-Gemisch! Also, ab ins Fitnesstudio…habe sogar zwei Monate zum Preis von einem bekommen!Ist ein ganz schickes mit Natursteinverkleidung in den Duschen (was Zumthor kann, koennen die Chinesen schon lange) und vielen tollen Kursen, Sauna, Dampfbad und viele viele Laufbaender usw. die direkt an der Fensterfront plaziert sind, sodass man den ganzen Peoples Square vom 7. Stock aus ueberschauen kann! Amazing! Hab schon ein paar Kurse ausprobiert…der Aerobic-Schritt „leg curl“ klingt hier mehr nach „eco“! Ist schon a weng schwierig da dann mitzukommen…und manche Trainer zaelen noch nicht mal auf englisch :(. Dann habe ich ausserdem gelernt, dass sich hier hinter dem Begriff „new jazz“ das verbirgt, was man bei uns so als „hip hop“ bezeichnen wuerde. Der Typ war aber ganz cool, Thars kann er natuerlich nicht das Wasser reichen!

Ducktales wohooo!!!

Gestern Abend war ich mit Yang Yun und Joost, beide ausm Buero, Pecking Ente essen! Yummiiiii!!! In dieses Restaurant geht man NUR um Ente zu essen. Sie haben ueberall mit Donald Duck und Tick, Trick und Track dekoriert! Das ist der chinesische Humor! Das Tierchen war echt hammermaessig lecker! Man bekommt es direkt am Tisch zerlegt und dann in kleine Stueckchen geschnitten, schoen getrennt: auf einem Tellerchen die Haut, auf einem anderem das Fleisch! Dann wickelt man diese Fetzen zusammen mit Soyasosse und Gurken- und Zwiebelstueckchen in hauchduenne kleine Pfannkuchen.*schleck* Dazu hatten wir noch gruenes Gemuese und bissfeste Kartoffeln, die auch ganz ganz duenn geschnitten waren und ich waere nie auf die Idee gekommen, dass das Kartoffeln sind. Soweit zu meiner Woche bisher!…Bilder findet ihr im album! Liebe Gruesse!

Tag der deutschein Einheit

Hier also endlich der angekündigte Bericht über die Einladung des deutschen Generalkonsuls. Anlässlich des 3. Oktobers schmeißt der deutsche Generalkonsul jedes Jahr eine richtig große Party. Eingeladen sind alle Deutschen, die in Shanghai wohnen. Naja, Passkontrolle gibt es keine! Diese Veranstaltung war letzten Montag und das Ganze fand in einem richtig schicken Hotel statt.

Um 19 Uhr ging’s los und das Programm wurde mit der Deutschen und der Chinesischen Nationalhymne eröffnet, was eine wirklich schöne Geste war. Danach gab es eine super tolle Rede des Konsuls, die man nicht verstehen konnte, weil der Kerl einfach nicht laut genug in sein Mikro rein geschwätzt hat. Das war ein bisschen peinlich. Es drehte sich so um die Beziehung China-Deutschland…blablabla…Ich war eigentlich echt motviert zu zu hören, aber wie gesagt, man hatte keine Chance! Die Rede war schlauerweise nicht sonderlich lang und endete mit dem Ausruf: „Das Buffett ist eröffnet!“ 😉 Es gab Kassler und Sauerkraut und Gewürzgurken und alle Sorten Bratwürscht…und Salate und Lachs und und und. Also nen Michelin-Stern hätts net gegeben dafür, aber es war schon recht lecker! Noch spannender als das Essen war die anderen Leute zu beobachten und sich zu fragen was die hier so machen und wo sie herkommen. Manche sahen einfach super schnöselig aus, bestimmt mit eigenem Chauffeur und mindestens Vizechef bei Bosch, oder so. Dann gab es sehr dreiste dicke Chinesen die, wir haben ja nicht mitgezählt, hundert mal beim Buffett waren und der Teller jedesmal über-randvoll! Natürlich gab es auch ganz viel deutsches Bier und deutschen Wein…mist, eigentlich wollt ich noch schauen, was es für einer war. Zum Dessert gab es genialen Apfelstrudel und sehr leckeren Käsekuchen, die Rote Grütze war leider ziemlich misslungen. 🙁

Gerhard Schröder war auch da. Mensch, ist der klein!!! Ich weiß, wenn ich das sage klingt das ziemlich komisch, aber ich dachte echt der sei größer!!! Das erste was mir in den Kopf schoss, war die Diskussion damals, ob seine Haare echt schwarz sind oder gefärbt?!? Hatte ne ganze Menge Sicherheitsleute um sich und ist ziemlich früh wieder gegangen. Was hat der überhaupt hier in Shanghai verloren? Also alles in allem ein sehr schöner Abend, tolles Ambiente, krasse Leute 😉