Chica-GO!!

Das absolute Highlight meiner USA-Reise! Sarah und ich haben 2,5 sehr sehr erlebnisreiche Tage in Chicago verbracht.

Dienstags morgen ging es also weiter „on the road“. Es ist wirklich ein bisschen frustrierend, wenn man einfach nicht schneller als 110 km/h fahren darf und das mit unserem schicken roten Flitzer auf der großen breiten, leeren Autobahn. 🙁 Die Fahrt von Columbus nach Chicago hat wirklich ewig gedauert. Leider auch noch eine ganze Stunde länger als wir dachten, da wir nicht damit gerechnet hatten, dass unser GPS die Stunde Zeitverschiebung mit einrechnet, wenn es uns sagt, um wieviel Uhr wir am Ziel sein werden. *gmpf* Letztendlich hat uns Sarah aber ganz hervorangend durch die beginnende rush hour manöviert und wir sind heil angekommen.

Übernachtet haben wir bei einer Freundin von Sarahs Mitbewohnerin im kleinen Vorort Oak Park. Zufälligerweise ist das genau dort, wo man das „F. L. Wright Home & Studio“ besichtigen kann, da der gute Herr dort auch mal 20 Jahre gewohnt und gearbeitet hat. Also, nichts wie hin! Wir hatten Glück und waren genau noch rechtzeitig zur letzten Führung.

Das Haus selbst ist eins seiner ersten Werke und wir fanden, dass man echt noch sehr deutlich sieht, wie gerne Wright in seiner Kindheit mit Bauklötzchen gespielt hat. 🙂 Die Führung durch das Haus war wirklich sehr sehr interessant, auch weil auch die Möbel von Wright entworfen sind, außerdem wächst im Haus ein Baum. Im Anschluss sind wir noch durch die Straßen von Oak Park gelaufen, um noch mehr Wright-Gebäude zu entdecken. (Sarah war da wirklich tapfer, was die architektonische Spurensuche angeht 😉 ) Es war gar nicht so schwierig, doch zum Teil waren sie schon etwas crazy, man merkt schon irgendwie, dass er da noch nicht so recht wusste was er will. Den Abend liesen wir zusammen mit unserem Gastgeberinnen bei einem tollen Italiener ausklingen -> Pizza mit Gorgonzola und Birnen

Am nächsten Morgen gings dann los Richtung Chicago downtown! Die Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel konnten wir in einer Apotheke kaufen. *g* Zuerst sind wir mit der Bahn einmal im „Kringel rumgefahren“, also dem „Loop“ entlang, dabei kam ich aus dem Staunen schon gar nicht mehr raus. All die engen Straßenfluchten, der Fluss, die Eisenbrücken, die vielen neuen und alten Wolkenkratzer.WOW!!! (die zum Teil wirklich in den Wolken verschwunden sind, weil es leider sehr regnerisch war)

Da ideales Museumswetter war haben wir uns die Buckminster Fuller Ausstellung im „museum of contemporary art“ angeschaut. Das war schon auch ein bisschen ein verrücktes Kerlchen…Architekt!….okay UND Mathematiker! Ansonsten haben wir uns eine Weile im Hershey-Schokoladen-Laden rumgetrieben (Fotos!), sehr sehr lecker mexikanisch zu Mittag gegessen und sind am See entlang spaziert, der eine unglaublich schöne Farbe hat TROTZ Regenwetter. Viel Spass hatten wir auch mit „the Bean“, einer überdimensional großen Spiegel-Bohne im Millenium Park. In ihr spiegeln sich alle umliegenden Gebäude und Menschen und das Ding ist ja sowas von fotogen! 😉

Tag 2: SONNENSCHEIN!!!!! *strahl* Das hatten wir uns auch verdient. 😉 Also sind wir zuerst mal in den Norden der Stadt gefahren und haben zusammen mit zig Schulklassen den Lincoln Park Zoo angeschaut. Die Tiere waren schon schön anzuschauen (juhuu, ich habe zum ersten mal einen Eisbär unter Wasser gesehen!), aber noch spannender war es die anderen Besucher zu beobachten. Unser nächster Programmpunkt war der Hancock Tower, das in etwa 4.höchste Gebäude der Stadt! Von der Bar im 96 Stock aus, hatten wir einen traumhaften Ausblick über die Stadt und den Lake Michigan!

Für den Nachmittag hatten wir uns das Architektonische Pflichtprogramm aufgehoben. *strahl* Ok, nach einer Weile bekommt man vielleicht wirklich Genickstarre, weil man ständig an den tollen Gebäuden hochschaut. Immer wieder wurden wir von Leuten angesprochen, ob wir „lost“ seien, da wir mit aufgeschlagenem „lonely planet“ an irgendwelchen Straßenecken standen…sie sind wirklich soooo freundlich, unglaublich! Ich fühlte mich irgendwie in die Chicago-Vorlesung von Professor Böker im dritten Semester zurück versetzt, nur dass ich jetzt Mies, Wright, Sullivan, SOM und wie sie alle heißen NICHT auf uralten Dias vor Augen hatte, sondern live!

Den Abend haben wir dann im „Chicago art institute“ verbracht! Ein MUSS, vor allem die Impressionisten. Der absolute Geheimtipp ist Donnerstags abends hinzugehen, denn dann ist der Eintritt kostenlos. 😉 Joa und langsam aber sicher gingen meine 10 Tage USA dann auch dem ende zu. Für den letzten Nachmittag in East Lansing stand SHOPPING auf dem Programm! Auf eine echte amerikanische Mall hatte ich mich ja schon die ganze Zeit gefreut. 😉 Wir hatten viel Spass mit dem großen, bunten Kaugummi-Automaten. Hehe! Leider schmecken sie nicht annähernd so gut wie sie aussehen. Aber mal ehrlich, wie lange war es her, dass wir das letzte mal Kaugummi aus dem Automaten gekaut hatten. 😉 Am Abend waren wir bei „Sultan’s“ einem arabischen Restaurant mit Yummi-Hummus und Fladenbrot und Falafel und gefüllten Weinblättern und und und…hmmmmm! Voll gut!

Mein Rückflug war erfreulicherweise 1,5 h kürzer als der Hinweg! Danke Jetstream!!! Im Flughafen durfte ich mich auch noch ein letztes mal über diese grenzenlose Freundlichkeit der Amerikaner freuen! Ich stand nämlich etwas verloren vor der CheckIN-Anzeigetafel und habe meinen Flug einfach nicht gefunden. Sehr nette Menschen von delta-airlines haben mir dann auf die Sprünge geholfen: die Anzeige war nicht nach Abflugdatum sondern alphabetisch nach Zielort sortiert. Irgendwie bescheuert!

Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich nie gedacht hätte, dass mich das, was ich dort sehe so begeistern würde. Gerade auch, weil man ja sooo viele Vorurteile kennt. Nur eine Sache kann ich wirklich nur bestätigen, die Leute sind dort einfach noch dicker, als man denkt!!! Danke an alle, die meine Zeilen hier lesen und DANKE an meine liebe Sarah, die mir soooo viel tolles gezeigt hat! 🙂

Ein Mann der sich Columbus nannt’…

…widde widde witt-bumm bumm!

Nach einem sehr schönen Samstag, den wir mit Aaron und seinen Eltern im Henry Ford Museum, Detroit verbracht hatten, begaben wir uns Sonntags morgens dann „on the road“. Aaron studiert in Columbus (Ohio) und hat noch keine Semesterferien, deshalb haben wir ihn an seine Uni begleitet. Für mich die Gelegenheit noch einen zweiten unglaublich schönen Uni-Campus besichtigen zu können! Es sind wirklich wie Parkanlagen mit vielen schönen Blumen, Wiesen und Seen und hin und wieder hübschen Häusern dazwischen! 🙂 Für Sarah die Gelegenheit die Stadt mal ein bisschen näher kennenzulernen. Oh, es gibt viele unheimlich stilvolle, kleine Lädchen da, wie ich es den Amerikanern (sorry again) nicht zugetraut hätte! Abends waren wir bei „Panda express“, dem autentischsten chinesischen Fast Food außerhalb Chinas! (Sarah, du musst NICHTS rechtfertigen!) Yummi-kung pao chicken!!!

Von Columbus aus haben Sarah und ich dann unsere ersten Tour alleine mit dem schicken roten Auto gestartet, was abgesehen von einem kleinen „road closed ahead“-Problem und einer seltsamen Zapfsäule einer kleinen Tankstelle in Millersberg (Weltstadt!) sehr gut geklappt hat! Unser Ziel hieß Berlin!!!

Ja, ihr habt richtig gelesen! Berlin ist ein kleines Dorf in the middle of nowhere, wo Armish people leben und zwar genau so naturgetreu, wie man es sich eigentlich kaum vorstellen kann. Zuerst waren wir ziemlich schokiert, wie furchtbar touristisch das alles aufgezogen ist, mit Hallen voller Kitsch und Kruscht, den man kaufen soll. Wir konnten einfach nicht verstehen, wie Leute, die nach so biblischen, einfachen Grundsätzen Leben sich so kommerziell verkaufen können. Wir haben uns dann bemüht etwas abseits der Touristenpfade nach Amish-Spuren zu suchen, was uns auch definitv gelungen ist!

Das Wetter war einfach traumhaft sonnig und deshalb war es um so toller über Felder und Wiesen zu wandern. Dabei wurden wir einige male von Pferdekutschen überholt und wir konnten den blauen Kleider auf den Wäscheleinen beim Trocknen zu schau’n. Sehr fotogen 😉 In einem Restaurant haben wir den traditionellen Pie versucht und auf „Schrock’s Farm“ konnten wir ein Wohnhaus besichtigen und uns mit einer Frau auf deutsch unterhalten. Das war sehr beeindruckend! Die Vorfahren der Amish kommen aus Süddeutschland bzw.aus der Schweiz, deshalb ist es auch heute noch so, dass die Kinder dort zunächst deutsch lernen und englisch erst in der Schule. Dieses Deutsch klingt natürlich total krass, weshalb es die Amerikaner als „pennsylvenia dutch“ bezeichnen. Hinter dem Haus weiden Ziegen, Alpacas und Ponys und es gibt einen Kräutergarten! Ganz fasziniert waren Sarah und ich vom örtlichen Supermarkt, auf dessen Parkplatz abgesehen von einigen Autos auch einige Pferdekutschen parkten! Irgendwie hatten wir den Eindruck, dass die Leute dort einfach unheimlich zufrieden sind mit ihrem Leben, alle haben so eine vergnügte, fröhliche Ausstrahlung und das sicher nicht nur, wenn Touristen in der Nähe sind. Natürlich gibt es so einige Ecken und Kanten im Leben der Amish.

Zum Beispiel lehnen sie ab, vom Stromnetz gebrauch zu machen und andere technische Erfindungen wie Autos etc benutzen sie nicht. Etwas liberaler verhalten sich die Mennoniten, eine Abspaltung der Amish. Braucht also ein Amish ein Auto, darf er durchaus von einem Mennoniten gefahren werden…Was Sarah und ich auch gelernt haben, dass man sich erst mit der Hochzeit zu einem Leben nach diesen Grundsätzen verpflichtet. Natürlich wachsen die Kinder in diesem Umfeld auf, aber wenn sie älter werden, bekommen sie durchaus ihr Auto, dürfen Reisen und ein „ganz normales“ Leben leben. Ca. 20 % der Amish-Kinder kehren nicht in die Gemeinde zurück! Ich finde, das sind erstaunlich wenige!

Cornelia fliegt nach USA

Hi everybody! greetings from the united states 😉

Ich weiß ich habe schon lange nichts mehr geblogt, aber so wirklich Umwerfendes gab es ja auch nicht mehr zu berichten.

Da ich mich aber am 6.5. einfach für 10 Tage aus dem Staub gemacht hatte, um meine Freundin Sarah in Lansing, Michigan 🙂 zu besuchen, lohnt es sich mal wieder ein paar Beiträge zu schreiben. Bilder werde ich auch noch hochladen, die gibts dann im „album“ zu sehen.

Auf dem Hinflug musste ich erstmal feststellen, dass es doch nicht sooo vorteilhaft ist im Flugzeug, wenn man nur 1,5 m groß ist. (wie ja wahrscheinlich jeder denken würde) Zum einen bin ich etwas verloren durch die Sitzreihen gestapft auf der Suche nach der Reihennummer. Ich dachte ich saß jetzt wirklich schon in einigen Fliegern, aber so blind kann ich ja gar nicht sein?!? ich war lediglich zu klein und konnte die Zahlen einfach nicht sehen, weil irgendein Flugzeugdesigner sich gedacht hat, dass es sehr schick sein muss, da ein U-Profil anzubringen. Nur, dass ich da halt nicht reinschauen konnte. Zum anderen sind die Kopfstützen der Sitze für mich viel zu weit oben, das heißt ich nehme eine Art Schilkrötenhaltung ein, wenn ich mich anlehnen will. Der Trick: Man leihe sich bei „großen kräftigen“ amerikanischen Mitreisenden die Kopfkissen und stopfe sich damit den Rücken aus!!!

Geflogen bin ich nach Detroit und bei der „imigration“ habe ich festgestellt, wie unglaublich freundlich die Amerikaner (entschuldigt die Verallgemeinerung) sind. Hammer! Das hätte ich wirklich nicht erwartet. Zumal ich wirklich angst hatte vor dem Zoll, wegen diversen Geschenken und Lebensmitteln in meinem Koffer. Vom Frankfurter Flughafen war ich gewohnt, dass einem ganz kurze knappe Fragen gestellt werden, die man bitte NUR mit einem kurzen knappen „nein“ beantwortet. Aber die netten Zollbeamten in Detroit wollen so richtig nett mit einem plaudern. Total schön! Macht gute Laune! So ist es übrigens auch auf der Straße oder wenn man Einkaufen geht, irgendjemand hat immer ein nettes Wort für einen. Klar es ist sehr oberflächlich, aber man will auch nicht gleich dicke Freunde werden und es macht den Alltag doch irgendwie fröhlicher und freundlicher!

Sarah hat mich dann in Lansing vom Bus abgeholt. Sie wohnt in einem hübschen Klinkerhaus, in einer Wohnung mit bunten Wänden, zusammen mit dem lustigsten Kater, den ich bisher kannte und einer sehr lieben Mitbewohnerin. 🙂

Den Donnerstag haben wir genutzt, um Lansing Downtown unsicher zu machen. Auf dem Weg dorthin hat es ziemlich geschüttet, aber Gott sei Dank hat uns Michigans Wetter nicht im Stich gelassen. Es gibt nämlich eine Regel, die sagt: „Wenn dir das Wetter nicht gefällt, dann warte 5 min und es wird besser werden“. Oder so in etwa. Zufälligerweise war an diesem Tag „international prayer day“ und wir wurden vor dem Capitol (Lansing ist die Hauptstadt von Michigan) mit „God save Amerika“ begrüßt. Das Capitol sieht ansonsten dem in Washington D.C. schon sehr sehr ähnlich, mit Kuppel oben drauf, wie es sich gehört.

Außerdem haben wir zufällig das „Heimatmuseum Michigan“ entdeckt, wo wir vieles über die Geschichte des Bundesstaates und allgmein über die Entwicklung der USA gelernt haben. Die Ausstellung ist super gut gemacht. Alles zum Anfassen und vieles 1:1 nachgebaut (eine Schule aus dem 19.Jrd, Bergbau und und und) genau richtig für uns zwei Spielkinder.

Freitag (8.5.) war dann Sarahs großer Tag! Wir sind mittags schon Richtung Campus aufgebrochen. Ich habe noch diverse obligatorische Fotos von „Sarah in Kutte“ gemacht…hier vor einem hübschen Baum, mit dem Fluss im Hintergrund, neben dem Beaumont-tower, dem Wahrzeichen der Michigan State University. Außerdem waren wir am Nachmittag bei der „Convocation“, da bekam Bischof Desmond Tutu die Ehrendoktorwürde verliehen und hat eine sehr sehr beeindruckende Rede gehalten. Ich war ganz entzückt, wegen all den Bacchelor-Studenten in ihren KNALLgrünen Kutten. Süüüüß! Außerdem war auch großes Auszieh-Wochenende. Denn die Studenten müssen über die Sommerferien ihre Wohnheimzimmer räumen. Das heißt die Eltern kommen mit ihren riesigen Autos auf den Campus und überall werden Tüten, Betten, Sofas, Kisten und Kästen durch die Gegend geschleppt….was ein Spass (wenn man zuschaut! hehe!)

Die eigentliche Graduationfeier begann um 19.00 uhr und fand in einem Basketball-Stadion statt. Sarah saß mit all den anderen Masters unten auf einer Tribüne am Rande des Spielfeldes und ich war oben auf der Zuschauertribüne zusammen mit Sarahs Freund und dessen Eltern. Gott sei Dank, denn so hatte ich wen, der mir manches Zeremoniell erklären konnte, was ich nicht verstand 😉

Ich kriege jetzt noch Gänsehaut wenn ich daran denke, wie die zig hundert Professoren und Doktoranden dann in das (fast) vollbesetzte Stadion eingezogen sind. Alle auch in ihren Kutten, viele einfach in Schwarz, einige in den Farben ihrer Universität (z.B.: wer in Havard promoviert trägt PINK). Dazu spielte das Uni-Orchester „march of pomp and circumstance“, ein sehr festliches Stück, was ich sehr gerne mag (auch weil es das Lieblingslied meines Vaters ist ;)). Im Laufe der Feier wird dann der Bömmel des Hutes von der rechten Seite auf die linke geworfen und außerdem werden alle Namen vorgelesen und jeder Absolvent bekommt von der Rektorin symbolisch eine Papierrolle überreicht, die aber nur eine Atrappe ist. Das echte degree wird einem dann zugeschickt! Als Sarah an der Reihe war haben wir natürlich lautstark gejubelt und sie hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferd (nee, noch schöner!). really impressiv…Zur Feier des Tages waren wir danach in einem italienischen Restaurant, der Schokokuchen zum Nachtisch war umwerfend gut!